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Einige Arten: Das Rosenköpfchen

Allgemeines zur Art

Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis) gehören zur Familie der Papageien (Psittacidae) und hier zur Gattung der Agaporniden, auch als "Unzertrennliche" bekannt. Ihre Heimat ist die südwestafrikanische Küste vom Süden Angolas bis hin zu den nördlichen Regionen Südafrikas und das Okawangobecken in Botswana. Es handelt sich hier in der Regel um felsige, trockene und spärlich mit Büschen und Bäumen bewachsene Gebiete von Meereshöhe bis 1.600 m Höhe. Da die Vögel auf Wasserstellen angewiesen sind, sind sie häufig in der Nähe von Dörfern und landwirtschaftlich genutzten Gebieten anzutreffen, wo sie jedoch als Ernteschädlinge verfolgt werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird ihr Bestand trotz des ausgedehnten Verbreitungsgebietes inzwischen auf weniger als 100 000 Vögel geschätzt.

Als größte Agaporniden haben Rosenköpfchen eine Gesamtlänge von bis zu 17 cm. Sie sind kompakt gebaut und ihr Schwanz ist sehr kurz und spitz gerundet. Ihre Hauptgefiederfarbe ist grün in verschiedenen Abstufungen, der Vorderkopf hat jedoch eine rote Färbung, die sich - blasser werdend - bis auf die Brust erstreckt. Der für andere Agaporniden typische Augenring ist bei den Rosenköpfchen nur wenig ausgeprägt, der Schnabel ist hornfarben. Jungvögel haben blassere Farben und dunkle Schnäbel. Es gibt keine äußeren Geschlechtsmerkmale.

Außerhalb der Brutzeit leben Rosenköpfchen zumeist in Gruppen bis zu einem Dutzend Vögel zusammen. Dass sie auch unter dem Begriff "Liebesvögel" bekannt sind, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie innerhalb der Gruppe streiten und anderen Vögeln gegenüber oft sehr zänkisch sind. Paare halten jedoch in der Regel eng zusammen.

Anschaffung

Rosenköpfchen können bei guter Pflege 20 Jahre alt werden. Sie sind sehr aktiv und können trotz ihrer geringen Körpergröße laute und schrille Schreie ausstoßen, weshalb eine Anschaffung wohlüberlegt sein sollte. Es gibt sehr viele gute Bücher zum Thema der Haltung von Agaporniden und auch das Internet bietet hierzu viel Informatives. Bevor man Rosenköpfchen für vielleicht zwei Jahrzehnte in seinem Haushalt aufnimmt, sollte man sich gründlich informieren. Dazu gehört z.B. auch, eventuelle Allergien gegen Federn oder Federstaub auszuschließen, und sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, wer die Tiere bei Urlaubsabwesenheit oder Krankheit versorgen kann.

Haltung

Die Haltung von Rosenköpfchen ist recht problemlos und somit auch Anfängern durchaus zu empfehlen. Eine Paarhaltung sollte obligatorisch sein, wobei es sich nicht unbedingt um ein männliches und ein weibliches Tier handeln muss, sondern auch um ein gleichgeschlechtliches Paar handeln kann. Auch für die Unterbringung von Rosenköpfchen gilt natürlich: je größer, desto besser. Eine Zimmervoliere mit den Maßen von ca. 100 x 100 x 150 cm (L x B x H) sollte als Mindestgröße angenommen werden. Ideal wäre eine Außenvoliere von 200 x 200 x 200 cm, die durch eine entsprechend große und mit einem Schieber versehene Öffnung mit einer Innenvoliere verbunden ist. Nur wenn Rosenköpfchen viel Freiflug gewährt wird, ist es möglich, sie auch in kleineren Vogelkäfigen zu halten.

Als Beispiele sind hier zu nennen:

Montana Double Finchhouse zum Preis von 259,00 EUR:
Größe: ca. 165 x 53,5 x 156 cm. Gitterabstand: 10 mm, Gitterstärke: 1 mm.
Die Käfighöhe von 156 cm beinhaltet eine Stellage, der eigentliche Käfig ist kleiner.
Im Lieferumfang enthalten sind ein Trenngitter, falls es einmal Stress im Käfig geben sollte, 4 Sitzstangen aus Holz, 4 Kunststofffütterer, Kotgitter, Kunststoffschublade, 2 Ablagen unter dem Käfig sowie eine Blende vor der Schublade, damit beim Säubern des Käfigs kein Vogel entwischen kann.

Montana Mini San Remo zum Preis von 149,90 EUR:
Größe: ca. 66 x 45 x 154 cm. Gitterabstand: 13 mm. Gitterstärke: 2 mm.
Die Käfighöhe von 154 cm beinhaltet eine Stellage, der eigentliche Käfig ist kleiner.
Komplett mit Zubehör: Sitzstangen, ausschwenkbare Innennäpfe aus Edelstahl, Anflugklappe und Variodach, sowie ein abnehmbares Untergestell mit stabilen Rollfüßen.

Montana Mini San Diego zum Preis von 149,90 EUR:
Größe: ca. 66 x 45 x 150 cm. Gitterabstand: 13 mm, Gitterstärke 2 mm.
Die Käfighöhe von 150 cm beinhaltet eine Stellage, der eigentliche Käfig ist kleiner.
Komplett mit Zubehör: Sitzstangen, ausschwenkbare Innennäpfe aus Edelstahl sowie ein abnehmbares Untergestell mit stabilen Rollfüßen.

In jedem Fall ist darauf zu achten, dass die Gitterstäbe nicht mit Kunststoff ummantelt sind. Rosenköpfchen sind sehr neugierig und aktiv und haben ein stark ausgeprägtes Nagebedürfnis, so dass ein solcher Käfig rasch unansehnlich sein würde. Wichtig zum Klettern und Nagen sind deshalb Sitzbrettchen aus Hartholz, frische Naturäste, die natürlich nicht mit Insektiziden in Berührung gekommen sein dürfen, sowie Hanfseile. Als Bodeneinstreu wird Spezialvogelsand, Buchholzgranulat oder Maisschrot empfohlen.

Agaporniden baden sehr gern, weshalb ihnen stets frisches und sauberes Badewasser angeboten werden sollte, wobei Wasserschalen nie direkt auf dem Boden, sondern immer etwas erhöht stehen sollten. Dass die Vögel zwar hell stehen, im Käfig jedoch nicht direkter Sonneneinstrahlung oder Zugluft ausgesetzt werden sollten, versteht sich von selbst.

Erziehung

Rosenköpfchen werden nur sehr schwer zahm. Hier ist viel Geduld erforderlich.

Ein wichtiger Punkt in der "Erziehung" ist, dass die Vögel nach dem Freiflug in die Voliere zurückkehren. Hier hilft es oft, eine Stunde vor dem Freiflug das Futter aus der Voliere zu entfernen und während des Freifluges nicht zu füttern. Die Vögel werden dann wenn sie Hunger haben in den Käfig zurückkehren, was belohnt werden sollte.

Das Wichtigste in der Erziehung ist Konsequenz. Bevor man den Rosenköpfchen Tricks und Finessen beibringt, muss die Grunderziehung sitzen. Wenn die Vögel dann "gehorchen" (Papageien ordnen sich nicht unter, aber sie tun gerne, was uns und Ihnen gefällt, wenn dann zur Belohnung mit ihnen gespielt wird und sie gelobt werden), sollte ein Notprogramm eingeübt werden. Dies besteht aus mindestens drei Elementen: Gewöhnung an einen Handschuh für den Notfall, das spielerische Üben des Hineingehens in eine Transportbox (wegen eventueller Tierarztbesuche) und die Aufnahme von Medizin (im Wasser oder einem Brei, den sie gern mögen und bestimmt fressen).

Ernährung

Bei der Ernährung stellt Körnerfutter die Grundnahrung dar, wobei dieses zum größten Teil aus verschiedenen Hirsearten und Kanariensaat (Glanz) sowie aus Buchweizen, Dari, Paddyreis und geschältem Hafer, die wenig fettreich sind, bestehen sollte. Stark fetthaltige Saaten, wie z.B. Hanf, Kardi, Negersaat oder Sonnenblumenkerne sollten nur zu einem geringen Anteil gefüttert werden. Die tägliche Körnerfutterration eines Rosenköpfchens beträgt etwa 10 g. Eine willkommene Bereicherung im Nahrungsangebot ist Kolbenhirse. Der Anteil von Sonnenblumenkernen kann bei viel Freiflug oder einer Außenvoliere gesteigert werden.

Eine empfehlenswerte Futtermischung wurde in Zusammenarbeit mit dem Loro Parque in Teneriffa entwickelt: African Parakeet Loro Parque Mix enthält ausschließlich Qualitätssamen, speziell für die natürliche Ernährung der Agaporniden und anderer Zwergpapageien ausgewählt. African Parakeet Loro Parque Mix ist ein Komplettfutter, angereichert mit VAM-Körnern (Vitaminen, Aminosäuren und Mineralstoffen), so dass die Vögel vor Gesundheit strotzen. Diese artenspezifische Mischung wurde in Beratung mit dem wissenschaftlichen Team vom Loro Parque (Teneriffa) zusammengestellt, und wird im Park als Basisfutter für alle Agaporniden und andere Zwergpapageien verwendet.

Darüber hinaus benötigen die Vögel Wildkräuter (wie z.B. Vogelmiere, Löwenzahn, Petersilie), Beeren (Vogelbeeren, Hagebutten, Sand- und Feuerdorn), Obst (Äpfel, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Weintrauben) und Gemüse (Gurken, Möhren) und auch eine gute Mineralienmischung und Grit.

Bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr in der Regel unnötig. In Zeiten der Mauser oder bei besonderen Stresssituationen kann man ein Vitaminpräparat aus dem Fachhandel verabreichen.

Wichtig ist natürlich stets sauberes Trinkwasser. Und es versteht sich von selbst, dass die Futter- und Trinknäpfe sowie etwaige ständige Badestellen täglich ein- bis mehrmals und die Volieren mindestens einmal pro Woche gründlich gesäubert werden müssen. Die Futternäpfe sollten einmal pro Woche desinfiziert oder aber in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden.

Alltägliche Gefahrenquellen

Bei Gewährung von Freiflug muss darauf geachtet werden , dass viele Zimmerpflanzen bei den Vögeln Vergiftungen hervorrufen können. Am besten ist es deshalb natürlich, wenn innerhalb des Teils der Wohnung, in dem sich die Vögel aufhalten dürfen, völlig auf giftige Pflanzen verzichtet wird, wie z.B. Alpenveilchen, Azaleen, Calla, Christusdorn, Dieffenbachia, Erikagewächse, Euphorbien, Flamingoblume, Hyazinthen, Maiglöckchen, Oleander, Philodendron, Rhododendron, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse und Zimmerfarn.

Dann muss natürlich auf geschlossene Fenster geachtet werden. Wichtig ist auch, dass klare Scheiben, die nicht von Gardinen verdeckt sind, von Vögeln häufig als Öffnung in einen anderen Raum betrachtet werden. Es ist daher unabdingbar, dass Glasscheiben als "undurchdringlich" kenntlich gemacht werden, sei es durch Gardinen, durch herabgelassene Jalousien oder aber durch Fensterbilder.

Eine Wohnung bietet für einen kleinen Vogel so manche Gefahrenquelle, wie z.B. heiße Ofen- oder Herdplatten und Pfannen oder offene Kochtöpfe in der Küche, Aquarien im Wohnzimmer, Wischeimer oder andere Gefäße, die Wasser enthalten, und jede Menge Kabel mit weichen, zum Knabbern geeigneten Ummantelungen.

Mauser und Krankheiten

Die Mauser ist bei den Rosenköpfchen wie bei den meisten Vögeln ein natürlicher Vorgang im Jahresrhythmus. Während der Mauser wechseln sie nach und nach ihr komplettes Gefieder. Dies ist ein anstrengender Prozess für die Tiere, der sie durchaus schwächt. Besonders aufmerksame Beobachtung und Vitamingaben sind jetzt angebracht.

Rosenköpfchen sind bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung nicht sehr krankheitsanfällig. Dennoch gibt es Krankheiten, die beim Ausbruch sehr gefährlich werden können und oftmals Verluste zur Folge haben. Ein verantwortungsbewusster Papageienhalter beobachtet seine Tiere deshalb täglich sehr genau und sucht bei Auffälligkeiten mit seinem erkrankten Rosenköpfchen umgehend einen erfahrenen Tierarzt auf, da viele Selbstbehandlungsversuche mehr Schaden als Nutzen anrichten. Werden die Tiere in Paarhaltung oder im Schwarm gehalten, muss die Beobachtung äußerst sorgfältig sein, da kranke Tiere besonders darum bemüht sind, sich gesund zu zeigen.