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Einige Arten: Der Rosakakadu

Allgemeines zur Art

Bei der Artenbestimmung des Rosakakadu scheiden sich die Geister. Es gibt Experten, die ihn als eine monotype Gattung ansehen, die den Übergang zwischen Helmkakadu und Eigentlichen Kakadus darstellt (Eolophus roseicapillus) und andere, die ihn der Gruppe der Eigentlichen Kakadus zuordnen (cacatua rosei capilla). Wie alle anderen gehört jedoch auch der Rosakakadu zur Familie der Papageien (Psittaci-dae). Seine Heimat ist der gesamte australische Kontinent, wo er in kleinen Gruppen genauso häufig vorkommt wie in großen Schwärmen von mehreren hundert oder gar mehreren tausend Tieren.

Rosakakadus leben nicht in Wäldern, sondern bevorzugen offenes Grasland. Da sie Kulturfolger sind, wächst ihr Verbreitungsgebiet mit der Ausdehnung des Getreide-anbaus durch die australischen Landwirte, von denen sie wegen der Ernteschäden unerbittlich verfolgt, abgeschossen und vergiftet werden. Außer im Nord-territorium sind sie nirgends gesetzlich geschützt, sondern dürfen in einigen Teilen des Kontinents sogar während der Brutzeit bejagt werden.

Bäume dienen den Rosakakadus nur als Ruhe- und Schlafplatz. Ihre Nahrung suchen sie vorwiegend am Boden. Sie besteht aus Grassamen, und Unkraut-sämereien, aus grünen Trieben, Blättern und Wurzeln von Krautpflanzen, aber auch aus Weizenkeimlingen und reifen Getreideähren. Daneben werden Insekten und deren Larven als Leckerbissen angesehen.

Rosakakadus sind etwa 35 cm groß. Rücken, Schwanz und Flügeldecken sind grau, Unterbauch und Unterschwanzdecken blass grau. Kopf, Hals, Brust und Bauch sind roas gefärbt. Der Nacken und die Haube, die kleiner und runder ist als bei anderen Kakaduarten, sind weiß mit Rosa durchzogen. Die Füße sind grau, der Schnabel ist hornfarben. Die Tiere haben einen nackten und warzigen roten Augenring, der bei den Weibchen weniger ausgeprägt ist als bei den Männchen. Daran ist eine Unterscheidung der Geschlechter ebenso möglich wie an der Iris, die beim männlichen Tier dunkelbraun bis schwarz ist, beim weiblichen rotbraun, wogegen Jungvögel einheitlich eine dunkle Iris aufweisen.

Anschaffung

Kakadus können älter als 60 Jahre werden und da macht auch der Rosakakadu keine Ausnahme. Er gilt als beliebter Käfig- und Volierenvogel, der auch in unseren Breiten "winterhart" ist und in einer großen Voliere mit entsprechendem Schutzraum ohne Komplikationen gehalten werden kann. Allerdings sollte man bei dieser Haltungsform zuvor das Einverständnis der Nachbarn einholen, denn auch Rosakakadus können - insbesondere in den Morgen- und Abendstunden - laut und aggressiv schreien.

Die Anschaffung sollte also wohlüberlegt und gut geplant sein. Es gibt sehr viele gute Bücher zum Thema der Haltung von Kakadus und auch das Internet bietet hierzu viel Informatives.

Bevor man einen Kakadu für viele Jahrzehnte in seinem Haushalt aufnimmt, kann man sich gar nicht gründlich genug informieren. Dazu gehört z.B. auch, eventuelle Allergien gegen Federn oder Federstaub auszuschließen, denn gerade Kakadus besitzen ständig nachwachsende Dunenfedern, die zu einem puderartigen Staub zerfallen, der beim Schütteln des Gefieders gleichmäßig über das Gefieder (und die Umgebung!) verteilt wird und wasserabweisend wirkt. Auch sollte man sich frühzeitig Gedanken darüber machen, wer die Tiere bei Urlaubsabwesenheit in ihrer gewohnten Umgebung betreuen kann.

Haltung

Wie alle Großpapageien, würde sich auch ein junger Rosakakadu in Einzelhaltung eng an "seinen" Menschen anschließen und häufiges Alleinsein nicht mehr tolerieren. Fühlt er sich jedoch vernachlässigt, wird er - insbesondere nach Eintreten der Geschlechtsreife - nicht selten zum "Rupfer" oder zum "Schreier" (oder zu beidem), was oft zu Nachbarschaftsklagen, laufendem Besitzerwechsel etc. führt. Damit er sich wohl fühlt, benötigt er also einen Artgenossen.

Für die Unterbringung eines Rosakakadu-Paares sind die bekannten runden Käfige, zumal mit nicht einmal zum Klettern geeigneten senkrechten Gitterstäben, völlig ungeeignet. Im "Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien" des Verbraucherministeriums ist festgelegt, dass Rosakakadus in Volieren von zumindest 200 x 100 x 100 cm (L x B x H) gehalten werden sollten. Damit sich die Tiere wohl fühlen bedingt ein solch kleiner Käfig allerdings täglichen Freiflug in der Wohnung. Dabei muss bedacht werden, dass vor den Schnäbeln von Kakadus nichts sicher ist: sie fräsen den Putz von den Wänden und zerlegen Möbel in Holzspäne!

Sollte dies kein Hinderungsgrund sein, so kämen folgende Käfige infrage:

Montana Palace zum Preis von 799,00 EUR:
Größe: 160 x 80 x 185 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke: 5 mm.
Der Palace besitzt eine Trennwand, Klappe zum Anbringen eines Nistkasten, vier Außenfütterer mit Schalen aus Edelstahl sowie zwei großzügige Türen. Beschichtet ist der Palace mit einer AVILON(R)-Beschichtung und erhältlich in den Farben sandweiss und anthrazith. Die AVILON(R)-Beschichtung ist eingebrannt bei 220 Grad und garantiert Non-Toxic.

Montana Denver zum Preis von 599,00 EUR:
Größe: 100 x 100 x 180 cm. Gitterabstand: 20 mm, Gitterstärke: 4 mm.
Ein platzsparender Eckkäfig inklusive vier Außenfuttertüren mit Schalen aus Edelstahl.

Besser noch wäre der

Montana Arkansas II zum Preis von 899,00 EUR:
Größe: 200 x 100 x 200 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke 5 mm.
Im Lieferumfang enthalten sind Edelstahlnäpfe, Sitzstange, entfernbares Kotgitter und stabile Rollenfüße. Der Arkansas II besitzt außerdem 4 Außenfütterungen sowie eine "breeder door" zur Anbringung eines Brutkastens.

Ideal sind natürlich Außen- und Innenvolieren, die durch eine entsprechend breite (und mit einem Schieber versehene) Öffnung miteinander verbunden sind, wobei die Außenvoliere mindestens 300 x 200 x 200 cm groß sein sollte, die Innenvoliere dagegen etwas kleiner sein kann.

Alle Käfige und Volieren sollten Baumwurzeln, große und kleine Naturäste und Zweige, dicke Taue und Beschäftigungsmaterial (z.B. in Form von - mit Lebensmittelfarbe eingefärbten - Holzklötzen) enthalten, damit die Tiere klettern, nagen und spielen können. Kakadus sind ausgezeichnete Kletterer und leidenschaftliche "Nager", was bei der Art der Außenvoliere und deren Einrichtung zu berücksichtigen ist. Rosakakadus halten sich zudem häufig am Boden auf, weshalb ein Naturboden einem Betonboden vorzuziehen ist. Dieser könnte über die Sommermonate mit allerlei Wildsämereien eingesät werden. Auch ein flaches Badebecken sollte in einer Voliere zur Verfügung stehen. Daneben werden sanfte Duschen mit lauwarmem Wasser aus einer Pflanzenspritze meist sehr genossen und die regelmäßige Durchnässung sorgt auch für eine gesunde Federentwicklung.

Was den Standort des Käfigs bzw. der Voliere anbetrifft, so ist darauf zu achten, dass die Vögel zwar hell stehen, jedoch nicht direkter Sonnenbestrahlung und auch nicht Zugluft ausgesetzt werden. Die Tiere müssen Gelegenheit haben, zu jeder Zeit schattige und möglichst versteckte Volierenteile aufsuchen zu können. Die Umgebungstemperatur sollte bei akklimatisierten Vögeln 10° C nicht unterschreiten und die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 60 % betragen, um Schäden an den Schleimhäuten der Papageien zu vermeiden.

Erziehung

Damit ein Zusammenleben gut funktioniert, ist eine konsequente Erziehung notwendig. Zuerst muss definiert werden, was die Vögel dürfen und was sie nicht dürfen. Dann werden für Lob, Tadel und Verbote Kommandos definiert. Wichtig ist, dass diese Kommandos von allen Familienmitgliedern gleichermaßen eingesetzt werden: Lob besteht aus einem lobenden Wort und einem Leckerli. Tadel besteht aus einem Wort, Strafe ebenfalls, wobei man danach die Vögel am besten eine Zeitlang ignoriert. Strafe kann auch mal sein, den Schnabel festzuhalten - nie aber Schläge oder ähnliches.

Das Wichtigste in der Erziehung ist Konsequenz. Bevor man Kakadus Tricks und Finessen beibringt, muss die Grunderziehung sitzen. Wenn die Vögel dann "gehorchen" (Papageien ordnen sich nicht unter, aber sie tun gerne, was uns und Ihnen gefällt, wenn dann zur Belohnung mit ihnen gespielt wird und sie gelobt werden), sollte ein Notprogramm eingeübt werden. Dies besteht aus mindestens drei Elementen: Gewöhnung an einen Handschuh für den Notfall, das spielerische Üben des Hineingehens in eine Transportbox (wegen eventueller Tierarztbesuche) und die Aufnahme von Medizin (im Wasser oder einem Brei, den sie gern mögen und bestimmt fressen).

Ernährung

Die Ernährung von Rosakakadus besteht überwiegend aus Kleinsämereien, also Getreidearten, Kardisaat, Hirse und Hanf. Sonnenblumenkerne und Nüsse sollten nur in geringem Umfang verfüttert werden, da die Tiere zu Verfettung neigen. Bei allem muss auf beste Qualität viel Wert gelegt werden, da gerade falsch gelagerte Nüsse zu schweren Atemwegserkrankungen führen können, weswegen auch auf ungeschälte Erdnüsse generell verzichtet werden sollte.

Eine empfehlenswerte Futtermischung wurde in Zusammenarbeit mit dem Loro Parque in Teneriffa entwickelt: Australian Parrot Loro Parque Mix ist eine angereicherte Samenmischung mit extra Nahrungselementen, speziell zusammengesetzt für alle Kakadus. Alle Prestige Premium Loro Parque-Mischungen sind mit einem sehr abwechslungsreichen Angebot von Samen und Getreidesorten versehen und enthalten eine Anzahl von Leckereien für Papageien, wie z.B. gepuffte Getreidesorten, Kürbiskerne, Hagebutten, getrocknete Pepperoni und Zirbelnüsse. Diese Premium-Grundnahrung mit niedrigem Fettgehalt ist angereichert mit 8 % Maxi VAM Körnchen, die für eine Extrazufuhr von Vitaminen, Aminosäuren und Mineralien sorgen. Diese artenspezifische Mischung wurde in Beratung mit dem wissenschaftlichen Team vom Loro Parque zusammengestellt und wird im Park als Basisfutter für alle Kakadus verwendet. Nachdem diese Mischung mit Erfolg im berühmten Loro Parque auf Teneriffa angewendet wurde, steht sie jetzt auch anderswo jedem Papageienhalter zu Verfügung.

Obst und Gemüse sollte immer wieder angeboten werden, obwohl es außerhalb der Brutzeit selten angenommen wird. Versuchen Sie es mit Erbsen, Gurken, frischen Maiskolben, Möhren, Paprikaschoten, Radieschen, Sellerie, Tomaten, Zucchini, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, exotischem Obst, Grünem Salat, Kresse, Mangold, Petersilie, Spinat u.ä.) aber auch mit Beeren, Früchten und Grünfutter aus der freien Natur, die man natürlich nicht gerade an stark befahrenen Straßen sammeln sollte. Hagebutten und Ebereschenbeeren werden sowohl in frischem als auch in getrocknetem Zustand meist gern genommen. Kleingeschnittener Hartkäse, hartgekochte Eier mit Schale und Insektenlarven bereichern den Speisezettel.

Kakadus gelten als sture Pfleglinge, die lieber verhungern, als etwas zu sich zu nehmen, woran sie nicht gewöhnt sind. Hier ist manchmal viel Geduld und Einfallsreichtum vonnöten, um den Speiseplan nach und nach zu erweitern.

Wenn ein Rosakakadu hochwertig und abwechslungsreich ernährt wird, ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr in der Regel unnötig. Wenn jedoch Obst und Gemüse nicht angenommen werden - und auch in Zeiten der Mauser oder bei besonderen Stresssituationen - sollte man zum Keimfutter ein Multi-Vitaminpräparat verabreichen. Und weil Papageien zur Deckung ihres Mineralstoffbedarfs im Freiland Erde aufnehmen, müssen sie in Volierenhaltung zusätzlich zum Futter Mineralstoffe angeboten bekommen, die im Handel erhältlich sind. Futterkalk und Grit, in Pulverform über Obst gestreut, werden meist ohne weiteres aufgenommen.

Wichtig ist natürlich stets sauberes Trinkwasser. Und es versteht sich von selbst, dass die Futter- und Trinknäpfe sowie etwaige ständige Badestellen täglich ein- bis mehrmals und die Volieren mindestens einmal pro Woche gründlich gesäubert werden müssen. Die Futternäpfe sollten einmal pro Woche desinfiziert oder aber in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden.

Gefahrenquellen im Alltag

Bei Gewährung von Freiflug muss darauf geachtet werden , dass viele Zimmerpflanzen bei den Vögeln Vergiftungen hervorrufen können. Am besten ist es deshalb natürlich, wenn innerhalb des Teils der Wohnung, in dem sich die Kakadus aufhalten dürfen, völlig auf giftige Pflanzen verzichtet wird, z.B. Alpenveilchen, Azaleen, Calla, Christusdorn, Dieffenbachia, Erikagewächse, Euphorbien, Flamingoblume, Hyazinthen, Maiglöckchen, Oleander, Philodendron, Rhododendron, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse und Zimmerfarn.

Wichtig ist auch, zu beachten, dass klare Scheiben, die nicht von Gardinen verdeckt sind, von Vögeln häufig als Öffnung in einen anderen Raum betrachtet werden. Es ist daher unabdingbar, dass Glasscheiben als "undurchdringlich" kenntlich gemacht werden, sei es durch Gardinen, durch herabgelassene Jalousien oder aber durch Fensterbilder.

Mauser und Krankheiten

Da sie keine Zugvögel sind, sondern in Zonen mit gleichmäßigem Klima leben, fallen Rosakakadus - wie übrigens alle Papageien - nicht in eine Vollmauser, sondern wechseln im Laufe des Jahres einen Großteil ihrer Federn. Sie erscheinen deshalb das ganze Jahr über in gleich schönem und vollständigem Federkleid, wenn sie sich nicht infolge psychischer Beeinträchtigungen selbst die Federn ausreißen.

Kakadus sind bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung nicht sehr krankheitsanfällig. Dennoch gibt es Krankheiten, die beim Ausbruch sehr gefährlich werden können und oftmals Verluste zur Folge haben. Ein verantwortungsbewusster Papageienhalter beobachtet seine Tiere deshalb täglich sehr genau und sucht bei Auffälligkeiten mit seinem erkrankten Kakadu umgehend einen erfahrenen Tierarzt auf, da viele Selbstbehandlungsversuche mehr Schaden als Nutzen anrichten. Werden die Tiere in Paarhaltung oder im Schwarm gehalten, muss die Beobachtung äußerst sorgfältig sein, da kranke Tiere besonders darum bemüht sind, sich gesund zu zeigen.

Wenn Rosakakadus in einer Außenvoliere mit Naturboden gehalten werden, erhöht sich - dadurch, dass sie, anders als andere Kakadus, ihre Nahrung auf dem Boden suchen - zwangsläufig der Befall mit Haar- oder Spulwürmern. Deshalb sollte in regelmäßigen Abständen eine Kotprobe vom Tierarzt oder einem tierhygienischen Institut untersucht und gegebenenfalls eine Wurmkur durchgeführt werden.