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Einige Arten: Der Gebirgslori

Allgemeines zur Art

Gebirgs-Allfarbloris (Trichoglossus haematodus moluccanus) gehören zur Papageiengruppe der Loriinae, eine Unterfamilie kleinerer Papageien mit rund 60 Arten. Das Zentrum des Lebensraumes der Loris ist Neuguinea. Die Heimat der Gebirgsloris ist jedoch Australien einschließlich Tasmanien, wobei sie in den nordöstlichen Territorien als Standvogel tropische Regenwälder bewohnen, nach Süden zu, in den trockeneren Gebieten, jedoch nomadisch lebend dem Nahrungsangebot folgen. Auch in der Nähe von Dörfern und landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind sie häufig anzutreffen, wo sie mitunter erhebliche Ernteschäden anrichten.

Gebirgsloris sind ca. 30 cm groß und etwa 120 bis 140 g schwer. Die violett-blaue Kopffärbung grenzt an ein grünlich-gelbes Nackenband und auch der Rücken, die Schwanzoberseite und die Flügel sind grün. Die Farbe des Brustschildes variiert von gelb über orange bis rot, der Bauch ist tief blau gefärbt, während die Unterflügeldecken gelblich-orange und die Schwanzunterseite grün und gelb sind. Der Schnabel ist rot, die Iris rötlich-braun und die Füße sind grau. Äußere Geschlechtsmerkmale sind nicht vorhanden.

Mit Ausnahme von gerade brütenden Gebirgsloris leben die Tiere in riesigen Schwärmen von zum Teil mehreren 1000 Vögeln zusammen. Mit ihren Pinselzungen bürsten sie den Nektar der Blüten heraus und werden deshalb von blühenden Bäumen magisch angezogen, wobei die laut kreischenden Scharen immer mehr Vögel herbeilocken. Auch Früchte, Pollen, Beeren, Insekten und deren Larven verschmähen sie nicht. Einzelne Vögel pendeln ständig zwischen Nahrungsquelle und Bruthöhle hin und her, um den brütenden Partner mit Futter zu versorgen. Mittags und abends kehren Brutpartner in die gemeinsame Bruthöhle, alle anderen zu ihren bevorzugten Schlafbäumen zurück.

Anschaffung

Gebirgsloris können bei guter Pflege bis 25 Jahre, vereinzelt auch älter werden. Sie sind sehr aktiv, lebensfroh und ungeheuer neugierig und können trotz ihrer geringen Körpergröße außerordentlich laut kreischen. Da ihre Hauptnahrung Flüssigfutter ist, ist auch das Verdauungsendprodukt flüssig, was es zu beachten gilt!

Es gibt sehr viele gute Bücher zum Thema der Haltung von Loris und auch das Internet bietet hierzu viel Informatives. Bevor man Gebirgsloris für vielleicht zwei Jahrzehnte und länger in seinem Haushalt aufnimmt, sollte man sich gründlich informieren. Dazu gehört z.B. auch, eventuelle Allergien gegen Federn oder Federstaub auszuschließen, und sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, wer die Tiere bei Urlaubsabwesenheit oder Krankheit versorgen kann.

Haltung

Die Haltung von Gebirgsloris ist recht problemlos und somit auch Anfängern durchaus zu empfehlen. Eine Paarhaltung sollte obligatorisch sein, wobei es sich nicht unbedingt um ein männliches und ein weibliches Tier handeln muss, sondern auch um ein gleichgeschlechtliches Paar handeln kann. Die Hauptsache ist, dass die Vögel sich gut verstehen. Wenn große Volieren zur Verfügung stehen, ist die Haltung einer Kleingruppe möglich, in der sich die Tiere selbst zu Paaren zusammenfinden können. Dies muss jedoch anfangs gut beaufsichtigt werden.

Da Gebirgsloris wegen ihrer häufigen und durchaus größerflächigen Flüssigkotspritzer eher selten Freiflugmöglichkeiten in der Wohnung gewährt werden, sollte die Voliere reichlich bemessen sein. Infrage kämen etwa die Modelle

Montana Arkansas II zum Preis von 899,00 EUR:
Größe: 200 x 100 x 200 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke: 5 mm.
Im Lieferumfang enthalten sind Edelstahlnäpfe, Sitzstange, entfernbares Kotgitter und stabile Rollenfüße. Der Arkansas II besitzt außerdem 4 Außenfütterungen sowie eine "breeder door" zur Anbringung eines Brutkastens.

Montana Palace zum Preis von 799,00 Euro:
Größe: 160 x 80 x 185 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke: 5 mm.
Der Palace besitzt eine Trennwand, Klappe zum Anbringen eines Nistkasten, vier Außenfütterer mit Schalen aus Edelstahl sowie zwei großzügige Türen. Beschichtet ist der Palace mit einer AVILON(R)-Beschichtung und erhältlich in den Farben sandweiss und anthrazith. Die AVILON(R)-Beschichtung ist eingebrannt bei 220 Grad und garantiert Non-Toxic.

Montana Denver zum Preis von 599,00 EUR:
Größe: 100 x 100 x 180 cm. Gitterabstand: 20 mm, Gitterstärke: 4 mm.
Ein platzsparender Eckkäfig inklusive vier Außenfuttertüren mit Schalen aus Edelstahl.

Doch auch hier gilt: größer ist besser. Ideal ist natürlich eine große Außenvoliere von beispielsweise 300 x 200 x 200 cm ( L x B x H) und dazu die etwas kleinere Innenvoliere, die durch eine entsprechend breite (und mit einem Schieber versehene) Öffnung miteinander verbunden werden können. Beide Volieren sollten Baumwurzeln, große und kleine Naturäste und Zweige, dicke Taue und Beschäftigungsmaterial enthalten, damit die Tiere klettern und spielen können.

Anzumerken ist hier, dass die Tiere alles und jedes mit Flüssigkot bekleckern. Bei der Volierenreinigung muss deshalb jeder für sich entscheiden, ob ein Dampfstrahler Sinn macht oder der flüssige Kot, der nicht nur auf den Volierenboden, sondern auch an den Gitterstäben entlang und durch sie hindurch nach außen verspritzt wird, mittels feuchter Tücher eingeweicht und danach abgeschrubbt wird. Für die wöchentliche Reinigung einer Lori-Voliere muss jedenfalls viel Zeit eingeplant werden.

Doch Loris sind nicht nur "Dreckspatzen", sondern auch "Spaßvögel". Es bereitet große Freude, ihnen dabei zuzuschauen, wie sie z.B. in der Außenvoliere in großen Sprüngen auf dem Rasen herumhüpfen oder versuchen, ein Loch zu graben. Oder wie sie sich in der Innenvoliere in der weichen, saugfähigen Bodenstreu wälzen und miteinander spielen, - oder aber Ihnen in einem unbeobachtet geglaubten Augenblick die Schnürbänder lösen.

Gebirgsloris haben ein großes Badebedürfnis, deshalb sollte ihnen in jedem Fall ein flaches Badebecken zur Verfügung stehen. Sie plantschen darin mit dem größtem Vergnügen, wobei diejenigen, die zuschauen, meist gar nicht abwarten können, bis sie selbst an der Reihe sind und die Aktionen des oder der Badenden mit aufmunterndem Gekreisch begleiten. Daneben werden sanfte Duschen mit lauwarmem Wasser aus einer Pflanzenspritze meist sehr genossen.

Was den Standort der Voliere anbetrifft, so ist darauf zu achten, dass die Vögel zwar hell stehen, jedoch nicht direkter Sonnenbestrahlung und auch nicht Zugluft ausgesetzt werden. Die Umgebungstemperatur sollte bei akklimatisierten Vögeln 10° C nicht unterschreiten und die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 60 % betragen, um Schäden an den Schleimhäuten der Papageien zu vermeiden.

Erziehung

Gebirgsloris sind ausgesprochen neugierige Vögel, die in Gefangenschaft schnell sehr zutraulich werden. Deshalb sollte es auch keine Schwierigkeiten bereiten, Vögel in die Voliere zurückzubringen, wenn sie einmal frei fliegen durften oder ausgerissen sind.

Das Wichtigste in der Erziehung ist Konsequenz. Bevor man den Loris Tricks und Finessen beibringt, muss die Grunderziehung sitzen. Wenn die Vögel dann "gehorchen" (Papageien ordnen sich nicht unter, aber sie tun gerne, was uns und Ihnen gefällt, wenn dann zur Belohnung mit ihnen gespielt wird und sie gelobt werden), sollte ein Notprogramm eingeübt werden. Dies besteht aus mindestens drei Elementen: Gewöhnung an einen Handschuh für den Notfall, das spielerische Üben des Hineingehens in eine Transportbox (wegen eventueller Tierarztbesuche) und die Aufnahme von Medizin (im Wasser oder ihrem Brei).

Ernährung

Wie oben schon erwähnt, ernähren sich Gebirgsloris (Pinselzungenpapageien) in freier Natur hauptsächlich von Blütennektar, aber auch von Knospen, Früchten, Beeren und Pollen und darüber hinaus von Insekten und deren Larven. Das Flüssigfutter kann natürlich mittels warmem Wasser, Traubenzucker, Honig, gemahlenen Haferflocken, Reisflocken, Hefeflocken, Zwieback, Mineralstoffgemisch, zerkleinertem Obst etc. selbst gemischt und zubereitet werden, wobei allerdings darauf zu achten ist, dass kein Milchzucker verwendet wird, da Loris Laktose nicht verarbeiten können. Die verschiedenen Vogelparks und Zoos, in denen Loris gehalten werden, favorisieren die unterschiedlichsten Loribrei-Mischungen. Empfehlenswerter ist daher sicherlich, auf eine Flüssigfuttermischung, wie z.B. von Nekton, Orlux oder CeDe zurückzugreifen. Darüber hinaus benötigen die Vögel täglich frisches, kleingeschnittenes Obst. Auf gar keinen Fall sollte Körnerfutter als Alleinfutter gefüttert werden, auch wenn die Loris es annehmen. Als Zusatzfutter ist dies jedoch möglich.

Bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr in der Regel unnötig. In Zeiten der Mauser oder bei besonderen Stresssituationen kann man ein Vitaminpräparat aus dem Fachhandel verabreichen.

Wichtig ist natürlich sauberes Trinkwasser. Und es versteht sich von selbst, dass die Futter- und Trinknäpfe und die Badestellen der Loris täglich ein- bis mehrmals und die Volieren mindestens einmal pro Woche gründlich gesäubert werden müssen. Die Futternäpfe sollten einmal pro Woche desinfiziert oder aber in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden.

Alltägliche Gefahrenquellen

Eine besondere Gefahrenquelle stellt für Loris Silikon dar (wie er möglicherweise bei der Abdichtung einer Außenvoliere etc. verwendet werden könnte), da sie an solch mehr oder weniger weichen Materialien gern herumzupfen. Außerdem muss bei Gewährung von Freiflug darauf geachtet werden , dass auch viele Zimmerpflanzen bei den Vögeln Vergiftungen hervorrufen können. Am besten ist es deshalb natürlich, wenn innerhalb des Teils der Wohnung, in dem sich die Vögel aufhalten dürfen, völlig auf giftige Pflanzen verzichtet wird, wie z.B. Alpenveilchen, Azaleen, Calla, Christusdorn, Dieffenbachia, Erikagewächse, Euphorbien, Flamingoblume, Hyazinthen, Maiglöckchen, Oleander, Philodendron, Rhododendron, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse und Zimmerfarn.

Dann muss natürlich auf geschlossene Fenster geachtet werden. Wichtig ist auch, dass klare Scheiben, die nicht von Gardinen verdeckt sind, von Vögeln häufig als Öffnung in einen anderen Raum betrachtet werden. Es ist daher unabdingbar, dass Glasscheiben als "undurchdringlich" kenntlich gemacht werden, sei es durch Gardinen, durch herabgelassene Jalousien oder aber durch Fensterbilder.

Eine Wohnung bietet für einen kleinen Vogel so manche Gefahrenquelle, wie z.B. heiße Ofen- oder Herdplatten und Pfannen oder offene Kochtöpfe in der Küche, Aquarien im Wohnzimmer, Wischeimer oder andere Gefäße, die Wasser enthalten etc.

Mauser und Krankheiten

Da sie keine Zugvögel sind, sondern in Zonen mit gleichmäßigem Klima leben, fallen Gebirgsloris - wie übrigens alle Papageien - nicht in eine Vollmauser, sondern wechseln im Laufe des Jahres einen Großteil ihrer Federn. Sie erscheinen deshalb das ganze Jahr über in wunderschön buntem und vollständigem Federkleid.

Loris sind bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung nicht sehr krankheitsanfällig. Dennoch gibt es Krankheiten, die beim Ausbruch sehr gefährlich werden können und oftmals Verluste zur Folge haben. Ein verantwortungsbewusster Papageienhalter beobachtet seine Tiere deshalb täglich sehr genau und sucht bei Auffälligkeiten mit seinem erkrankten Lori umgehend einen erfahrenen Tierarzt auf, da viele Selbstbehandlungsversuche mehr Schaden als Nutzen anrichten. Werden die Tiere in Paarhaltung oder im Schwarm gehalten, muss die Beobachtung besonders sorgfältig sein, da auch kranke Tiere bemüht sind, sich gesund zu zeigen.