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Einige Arten: Der Goldbugpapagei (Meyers Papagei)

Allgemeines zur Art

Auch der Goldbugpapagei (Poicephalus meyeri) zählt zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und hier zur Untergattung der Langflügelpapageien (Poicephalus). Es gibt ihn in sechs Unterarten (Poicephalus meyeri meyeri, P. meyeri saturatus, P. meyeri matschiei, P. meyeri reichenowi, P. meyeri damarensis und P. meyeri transvaalensis).

Von allen Langflügelpapageien hat der verhältnismäßig unscheinbar gefärbte, kurzschwänzige Goldbugpapagei das größte Verbreitungsgebiet, das ca. 4.500 km in Nord/Südausdehnung und ca. 2.500 km in West/Ostausdehnung umfasst. Er kommt in Angola, Äthiopien, Botswana, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Kamerun, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Nigeria, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Sudan, Tansania, Tschad, Uganda und in der Zentralafrikanischen Republik in Höhen zwischen 200 und 2000 m vor und lebt hauptsächlich in trockeneren Gebieten, jedoch selten fern von Wasserläufen oder Wasserstellen. Der Bestand gilt als nicht gefährdet.

Goldbugpapageien sind - je nach Unterart - etwa 21 bis 24 cm groß, werden zwischen etwa 100 und 150 g schwer und bis zu 35 Jahre alt. Ihre Grundfarbe ist graubraun bis schwarzbraun. Bei vier der Unterarten ist ein gelbes Stirnband am Kopf meist vorhanden, bei zwei Unterarten fehlt dies. Unterbrust und Bauch sind - je nach Unterart - bläulichgrau, blaugrün, grün oder hellblau, Rücken und Bürzel hellblau, blau oder blaugrün. Die Füße sind grau, die Iris ist orangerot. Bei den Jungvögeln ist die Färbung insgesamt matter, die Iris ist dunkelbraun. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist nur mittels einer DNA-Analyse möglich.

Goldbugpapageien leben außerhalb der Brutzeit in kleinen Familienverbänden; bei großzügigem Nahrungsangebot sind sie aber auch in kleinen Schwärmen von bis zu 30 Tieren anzutreffen. Sie gelten als nicht besonders standorttreu und sehr ängstlich und scheu. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Nüssen, Beeren und Früchten, sie plündern jedoch auch gern Obstplantagen und Getreidefelder. Ihre Nahrung suchen sie von Sonnenaufgang bis etwa 10 Uhr am Vormittag und von ca. 15 Uhr bis Sonnenuntergang, während sie über Mittag an schattigen Plätzen ruhen oder schlafen.

Anschaffung

Die Anschaffung von Goldbugpapageien, die bis zu 35 Jahre alt werden können, sollte wohl überlegt und gut geplant sein. Wie bereits oben zu lesen war, leben Goldbugpapageien außerhalb der Brutzeit in Familienverbänden oder kleinen Schwärmen und sollten deshalb auch in menschlicher Obhut auf keinen Fall ohne Artgenossen gehalten werden. Oft zeigen einzeln gehaltene Tiere spätestens nach Eintreten der Geschlechtsreife schwere Aggressionen und Verhaltensstörungen bis hin zum Federrupfen, was sie auch bei Änderung der Haltungsbedingungen meist nicht mehr ablegen.

Es gibt sehr viele gute Bücher zum Thema der Haltung von Papageien und auch das Internet bietet hierzu viel Informatives. Bevor man einen Goldbugpapagei für Jahrzehnte in seinem Haushalt aufnimmt, kann man sich gar nicht gründlich genug informieren. Dazu gehört z.B. auch, eventuelle Allergien gegen Federn oder Federstaub auszuschließen, und sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wer die Tiere bei Urlaubsabwesenheit betreuen kann. Nicht zu vernachlässigen sind bei solchen Überlegungen auch die Lautäußerungen der Vögel. Nicht wenige Papageienfreunde sehen sich durch Nachbarschaftsklagen gezwungen, ihre Vögel später wieder abzugeben.

Haltung

Goldbugpapageien gelten als liebenswürdige, verhältnismäßig "leise" Hausgenossen, die, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, aktiv und verspielt sind, und durchaus in der Lage, einige Wörter sprechen zu lernen und Töne, wie z.B. Pfiffe, nachzuahmen.

Damit Goldbugpapageien sich wohl fühlen, benötigen sie einen Artgenossen. Ideal ist es, wenn Tiere angeschafft werden, die ihren Partner bereits gefunden haben, denn nicht alle Goldbugpapageien harmonieren miteinander. Wenn sehr große Volieren oder ein Vogelzimmer zur Verfügung stehen, ist die Haltung einer Kleingruppe möglich, in der sich die Tiere selbst zu Paaren zusammenfinden können. Dies muss jedoch anfangs gut beaufsichtigt werden. Goldbugpapageien leben monogam und haben eine besonders starke Paarbindung!

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass nur einzeln gehaltene Vögel handzahm werden können. Zunächst von den Eltern gefütterte, später dann von Menschenhand aufgezogene Vögel, wie sie von uns vermittelt werden, schließen sich sowohl an ihren Partner als auch an den Menschen an, während ein einzeln gehaltener Goldbugpapagei sich extrem eng an "seinen" Menschen anschließen und häufiges Alleinsein nicht mehr tolerieren würde. Fühlt er sich jedoch vernachlässigt, wird er - insbesondere nach Eintreten der Geschlechtsreife - nicht selten zum "Rupfer" oder zum "Schreier" mit all den negativen Folgeerscheinungen.

Für die Unterbringung eines Goldbugpapageien-Paares schreibt das Gesetz als Mindestanforderung eine Voliere von zumindest 100 x 0,50 x 0.50 cm (L x B x H) vor. In einem solch kleinen Käfig können sich die Vögel jedoch nur wohlfühlen, wenn ihnen viele Stunden täglich Freiflug in der Wohnung gewährt wird und sie den Käfig lediglich als Rückzugsgebiet nutzen. Allerdings besitzen auch Goldbugpapageien ein ausgeprägtes Nagebedürfnis!

Viel tiergerechter wären folgende Käfige:

Montana Palace zum Preis von 799,00 EUR:
Größe: 160 x 80 x 185 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke: 5 mm.
Der Palace besitzt eine Trennwand, Klappe zum Anbringen eines Nistkasten, vier Außenfütterer mit Schalen aus Edelstahl sowie zwei großzügige Türen. Beschichtet ist der Palace mit einer AVILON(R)-Beschichtung und erhältlich in den Farben sandweiss und anthrazith. Die AVILON(R)-Beschichtung ist eingebrannt bei 220 Grad und garantiert Non-Toxic.

Montana Denver zum Preis von 599,00 EUR:
Größe: 100 x 100 x 180 cm. Gitterabstand: 20 mm, Gitterstärke: 4 mm.
Ein platzsparender Eckkäfig inklusive vier Außenfuttertüren mit Schalen aus Edelstahl.

Besser noch wäre der

Montana Akansas II zum Preis von 899,00 EUR
Größe: 200 x 100 x 200 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke 5 mm.
Im Lieferumfang enthalten sind Edelstahlnäpfe, Sitzstange, entfernbares Kotgitter und stabile Rollenfüße. Der Arkansas II besitzt außerdem 4 Außenfütterungen sowie eine "breeder door" zur Anbringung eines Brutkastens.

Ideal sind natürlich Außen- und Innenvolieren, die durch eine entsprechend breite (und mit einem Schieber versehene) Öffnung miteinander verbunden sind.

Alle Käfige und Volieren sollten Baumwurzeln, große und kleine Naturäste und Zweige, dicke Taue und Beschäftigungsmaterial (z.B. in Form von - mit Lebensmittelfarbe eingefärbten - Holzklötzen) enthalten, damit die Tiere klettern, nagen und spielen können. Auch ein flaches Badebecken sollte in einer Voliere zur Verfügung stehen. Daneben werden sanfte Duschen mit lauwarmem Wasser aus einer Pflanzenspritze meist sehr genossen und die regelmäßige Durchnässung sorgt auch für eine gesunde Federentwicklung.

Was den Standort des Käfigs bzw. der Voliere anbetrifft, so ist darauf zu achten, dass die Vögel zwar hell stehen, jedoch nicht direkter Sonnenbestrahlung und auch nicht Zugluft ausgesetzt werden. Die Tiere müssen Gelegenheit haben, zu jeder Zeit schattige und möglichst versteckte Volierenteile aufsuchen zu können. Die Umgebungstemperatur sollte bei akklimatisierten Vögeln 10° C nicht unterschreiten und die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 60 % betragen, um Schäden an den Schleimhäuten der Papageien zu vermeiden.

Erziehung

Damit ein Zusammenleben gut funktioniert ist eine konsequente Erziehung notwendig. Zuerst muss definiert werden, was die Vögel dürfen und was sie nicht dürfen. Dann werden für Lob, Tadel und Verbote Kommandos definiert. Wichtig ist, dass diese Kommandos von allen Familienmitgliedern gleichermaßen eingesetzt werden: Lob besteht aus einem lobenden Wort und einem Leckerli. Tadel besteht aus einem Wort, Strafe ebenfalls, wobei man danach die Vögel am besten eine Zeitlang ignoriert. Strafe kann auch mal sein, den Schnabel festzuhalten - nie aber Schläge oder ähnliches.

Das Wichtigste in der Erziehung ist Konsequenz. Wenn die Vögel dann "gehorchen" (Papageien ordnen sich nicht unter, aber sie tun gerne, was uns und Ihnen gefällt, wenn dann zur Belohnung mit ihnen gespielt wird und sie gelobt werden), sollte ein Notprogramm eingeübt werden. Dies besteht aus mindestens drei Elementen: Gewöhnung an einen Handschuh für den Notfall, das spielerische Üben des Hineingehens in eine Transportbox (wegen eventueller Tierarztbesuche) und die Aufnahme von Medizin (im Wasser oder einem Brei, den sie gern mögen und bestimmt fressen).

Ernährung

Goldbugpapageien sollten sehr abwechslungsreich ernährt werden. Die Grundnahrung stellen Körnermischungen dar mit weißen Sonnenblumenkernen, Kardi, Hafer, Weizen, Melonen- und Gurkenkernen, verschiedenen Hirsearten und Paddyreis. Auch halbreifer Mais am Kolben und die reifen oder halbreifen Samenstände von verschiedenen Wildkräutern (wie z.B. Vogelmiere, Hirtentäschelkraut u.v.a.) werden gern angenommen. Dazu kommt ein geringerer Anteil an Nüssen (Cashew, Macadamia, Para und Pekan). Auf beste Qualität muss viel Wert gelegt werden, da gerade falsch gelagerte Nüsse zu schweren Atemwegserkrankungen führen können, weswegen auch auf ungeschälte Erdnüsse generell verzichtet werden sollte.

Neben Körnermischungen benötigen Goldbugpapageien unbedingt verschiedenste Sorten Gemüse, Wurzeln und Knollen, wie z.B. Erbsen, Fenchel, Gurken, Möhren, Paprikaschoten, Radieschen, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Sellerie, Tomaten, Zucchini. Dazu handelsübliches und exotisches Obst und Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, auch Beeren und Früchte aus der freien Natur (Holunderbeeren, Hagebutten etc.), die man natürlich nicht gerade an stark befahrenen Straßen sammeln sollte. Ebenso ist Grünfutter unverzichtbar (Chicoree, Grüner Salat, Kresse, Mangold, Petersilie, Spinat u.ä.).

Eine empfehlenswerte Futtermischung wurde in Zusammenarbeit mit dem Loro Parque in Teneriffa entwickelt: African Parrot Loro Parque Mix ist eine angereicherte Samenmischung mit extra Nahrungselementen, speziell zusammengesetzt für alle afrikanischen Papageien. Alle Prestige Premium Loro Parque Mischungen sind mit einem sehr abwechslungsreichen Angebot von Samen und Getreidesorten versehen und enthalten eine Anzahl von Leckereien für Papageien, wie z.B. gepuffte Getreidesorten, Kürbiskerne, Hagebutten, getrocknete Pepperoni und Zirbelnüsse. Diese Premium-Grundnahrung ist angereichert mit 8 % Maxi VAM Körnchen, die für eine Extrazufuhr von Vitaminen, Aminosäuren und Mineralien sorgen. Diese artenspezifische Mischung wurde in Beratung mit dem wissenschaftlichen Team vom Loro Parque zusammengestellt und wird im Park als Basisfutter für alle afrikanischen Papageien verwendet. Nachdem diese Mischung mit Erfolg im berühmten Loro Parque auf Teneriffa angewendet wurde, steht sie jetzt auch anderswo jedem Papageienhalter zur Verfügung.

Wenn der Goldbugpapagei abwechslungsreich und hochwertig ernährt wird, ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr unnötig. In Zeiten der Mauser oder bei besonderen Stresssituationen kann man ein Multi-Vitaminpräparat verabreichen. Da Papageien jedoch im Freiland zur Deckung ihres Mineralstoffbedarfs Erde aufnehmen, müssen sie in Volierenhaltung zusätzlich zum Futter Mineralstoffe angeboten bekommen, die im Handel erhältlich sind.

Wichtig ist natürlich stets sauberes Trinkwasser. Und es versteht sich von selbst, dass die Futter- und Trinknäpfe sowie etwaige ständige Badestellen täglich ein- bis mehrmals und die Volieren mindestens einmal pro Woche gründlich gesäubert werden müssen. Die Futternäpfe sollten einmal pro Woche desinfiziert oder aber in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden.

Gefahrenquellen im Alltag

Bei Gewährung von Freiflug muss darauf geachtet werden , dass viele Zimmerpflanzen bei den Vögeln Vergiftungen hervorrufen können. Am besten ist es deshalb natürlich, wenn innerhalb des Teils der Wohnung, in dem sich die Vögel aufhalten dürfen, völlig auf giftige Pflanzen verzichtet wird, z.B. Alpenveilchen, Azaleen, Calla, Christusdorn, Dieffenbachia, Erikagewächse, Euphorbien, Flamingoblume, Hyazinthen, Maiglöckchen, Oleander, Philodendron, Rhododendron, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse und Zimmerfarn.

Wichtig ist auch, zu beachten, dass klare Scheiben, die nicht von Gardinen verdeckt sind, von Vögeln häufig als Öffnung in einen anderen Raum betrachtet werden. Es ist daher unabdingbar, dass Glasscheiben als "undurchdringlich" kenntlich gemacht werden, sei es durch Gardinen, durch herabgelassene Jalousien oder aber durch Fensterbilder.

Mauser und Krankheiten

Da sie keine Zugvögel sind, sondern in Zonen mit gleichmäßigem Klima leben, fallen Goldbugpapageien - wie übrigens alle Papageien - nicht in eine Vollmauser, sondern wechseln im Laufe des Jahres einen Großteil ihrer Federn. Sie erscheinen deshalb das ganze Jahr über in gleich schönem und vollständigem Federkleid, wenn sie sich nicht infolge psychischer Beeinträchtigungen selbst die Federn ausreißen.

Goldbugpapageien sind bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung nicht sehr krankheitsanfällig. Dennoch gibt es Krankheiten, die beim Ausbruch sehr gefährlich werden können und oftmals Verluste zur Folge haben. Ein verantwortungsbewusster Papageienhalter beobachtet seine Tiere deshalb täglich sehr genau und sucht bei Auffälligkeiten mit seinem erkrankten Vogel umgehend einen erfahrenen Tierarzt auf, da viele Selbstbehandlungsversuche mehr Schaden als Nutzen anrichten. Werden die Tiere in Paarhaltung oder im Schwarm gehalten, muss die Beobachtung besonders sorgfältig sein, da auch kranke Tiere bemüht sind, sich gesund zu zeigen.