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Einige Arten: Der Gelbbrustara

Allgemeines zur Art

Der Gelbbrustara (Ara ararauna) gehört zur Familie der Papageien (Psittacidae) und hier zur Gattung der Aras (Ara), die derzeit zwölf noch lebende Arten umfasst. Er ist in den tropischen und subtropischen Zonen des südamerikanischen Kontinents weit verbreitet. Man findet ihn dort zumeist im Küstenbereich, an Seen und entlang von Flussläufen, wobei er auf das Verbreitungsgebiet der Buriti-Palme angewiesen zu sein schein.

Dieser Ara erreicht eine Länge von 85 bis ca. 90 cm und ein Gewicht bis etwa 1280 g. Sein Gefieder ist an der Oberseite blau (von königsblau über aquamarinblau bis pastellblau), im vorderen Kopfbereich grün-oliv, an Brust und Bauch gelb, goldgelb oder orange. Die Schwanzoberseite der Gelbbrustaras ist blau, die Unterseite gelblich, die Flügelunterseiten sind grün-gelblich, die Füße grau, die Krallen schwarz. Er hat - wie alle anderen Angehörigen der Gattung Ara - eine nahezu unbefiederte weißlich-rosa Gesichtsmaske mit einem Muster aus schwarz gestrichelten Federn, eine schwarze Kehle und einen schwarzen Schnabel. Die Iris ist bei Altvögeln elfenbeinfarben, bei Jungtieren ist sie dunkel. Äußere Geschlechtsmerkmale sind nicht vorhanden.

Gelbbrustaras sind sehr sozial lebende Vögel. Außerhalb der Brutzeit leben sie zumeist paarweise oder in Familienverbänden von bis zu 6 Tieren, es gibt jedoch auch Gebiete, in denen sich Gelbbrustaras zu Schwärmen mit bis zu zwanzig Tieren zusammenschließen. Die Tiere übernachten gemeinsam auf Schlafbäumen und sammeln sich morgens meist an einer sog. Lehmlecke (die möglicherweise der Mineralaufnahme dient), bevor sie in kleinen Gruppen auf Nahrungssuche gehen, wobei die Nahrung hauptsächlich aus Palmnüssen und -früchten sowie aus verschiedenen Samen und Früchten des Regenwaldes besteht. Brutwillige Paare sondern sich vom Schwarm ab.

Anschaffung

Papageien können sehr alt werden und auch die Anschaffung eines Gelbbrustaras will aus diesem Grunde wohl überlegt und gut geplant sein. Es gibt sehr viele gute Bücher zum Thema der Haltung von Papageien und auch das Internet bietet hierzu viel Informatives. Bevor man einen Ara für viele Jahrzehnte in seinem Haushalt aufnimmt, kann man sich gar nicht gründlich genug informieren. Dazu gehört z. B. auch, eventuelle Allergien gegen Federn oder Federstaub auszuschließen, und sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wer die Tiere bei Urlaubsabwesenheit in ihrer gewohnten Umgebung betreuen kann.

Haltung

In Gefangenschaft lassen sich Gelbbrustaras leicht halten. Sie müssen jedoch paarweise oder auch in Gruppenhaltung mehrerer Arapaare gehalten werden; für Einzelhaltung sind diese Tiere ungeeignet. Zu beachten ist, dass die Vögel ein großes Lautrepertoire besitzen, wobei "laut" im abgewandelten Sinne durchaus wörtlich genommen werden sollte. Nicht wenige Papageienfreunde sehen sich durch Nachbarschaftsklagen dazu gezwungen, nach einigen Jahren ihre Vögel abzugeben. Nicht unterschätzt werden darf auch, dass Aras sehr intelligent, anspruchsvoll und durchaus fordernd sind. Zahme Tiere sind sehr liebebedürftig, reagieren auf Ansprache, lassen sich gern kraulen und "bespielen" und zeigen sich durchaus eifersüchtig, sowohl auf Artgenossen als auch auf "ihren" Menschen.

Da die Flügelspannweite der Gelbbrustaras bei 80 - 90 cm liegt, benötigen sie großen Freiraum. Ideal sind Außen- und Innenvoliere, die durch eine entsprechend breite (und mit einem Schieber versehene) Öffnung miteinander verbunden sind, wobei für ein Arapaar die Außenvoliere mindestens ca. 6 x 3 x 3 m (L x B x H) groß sein sollte, die Innenvoliere etwas kleiner sein kann, die Maße 2 x 2 x 2 m jedoch nicht unterschreiten sollte. Beide Volieren sollten Baumwurzeln, große und kleine Naturäste und -zweige, dicke Taue und viel Beschäftigungsmaterial (z.B. in Form von Holzklötzen) enthalten, damit die Tiere klettern, nagen und spielen können. Bei Gruppenhaltung mehrerer Arapaare müssen die Volieren entsprechend größer sein oder es müssen Vogelräume eingerichtet werden.

Viele Gelbbrustaras duschen oder baden gern und sollten mindestens einmal in der Woche abgebraust werden (das mögen die meisten, aber nicht alle Tiere) oder die Möglichkeit haben, in einer entsprechend großen Schale zu baden.

Wenn den Aras Freiflug gewährt wird, sie also nur zum Schlafen - oder bei Abwesenheit des Besitzers - eingesperrt werden, ist es auch möglich, sie in Käfigen zu halten, die kleiner als die o.a. Volierenabmessungen sind. Zwei Beispiele sollen hier aufgeführt werden:

Montana Palace zum Preis von 799,00 EUR:
Größe: 160 x 80 x 185 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke: 5 mm. Der Palace besitzt eine Trennwand, Klappe zum Anbringen eines Nistkastens, vier Außenfütterer mit Schalen aus Edelstahl sowie zwei großzügige Türen. Beschichtet ist der Palace mit einer AVILON(R)-Beschichtung und erhältlich in den Farben sandweiss und anthrazit. Die AVILON(R)-Beschichtung ist eingebrannt bei 220 Grad und garantiert Non-Toxic.

Montana Arkansas II zum Preis von 899,00 EUR:
Größe: 200 x 100 x 200 cm. Gitterabstand: 28 mm, Gitterstärke: 5 mm. Im Lieferumfang enthalten sind Edelstahlnäpfe, Sitzstange, entfernbares Kotgitter und stabile Rollenfüße. Der Arkansas II besitzt außerdem 4 Außenfütterungen sowie eine "breeder door" zur Anbringung eines Brutkastens.

Die Umgebungstemperatur sollte bei akklimatisierten Vögeln 15 Grad nicht unterschreiten und es ist für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60% zu achten, um Schäden an den Schleimhäuten der Papageien zu vermeiden.

Erziehung

Da es sich bei Gelbbrustaras um sehr große Papageien handelt, deren Schnabel sehr kräftig ist, ist eine konsequente Erziehung notwendig, damit ein Zusammenleben gut funktioniert. Zuerst muss definiert werden, was die Vögel dürfen und was sie nicht dürfen. Dann werden für Lob und Tadel und Verbote Kommandos definiert. Wichtig ist, dass diese Kommandos von allen Familienmitgliedern gleichermaßen eingesetzt werden: Lob besteht aus einem lobenden Wort und einem Leckerli. Tadel besteht aus einem Wort, Strafe ebenfalls, wobei man danach die Vögel am besten eine Zeitlang ignoriert. Strafe kann auch mal sein, den Schnabel festzuhalten - nie aber Schläge oder ähnliches.

Das Wichtigste in der Erziehung ist Konsequenz. Bevor man den Aras Tricks und Finessen beibringt, muss die Grunderziehung sitzen. Wenn die Vögel dann "gehorchen" (Papageien ordnen sich nicht unter, aber sie tun gerne, was uns und Ihnen gefällt, wenn dann zur Belohnung mit ihnen gespielt wird und sie gelobt werden), sollte ein Notprogramm eingeübt werden. Dies besteht aus mindestens drei Elementen: Gewöhnung an einen Handschuh für den Notfall, das spielerische Üben des Hineingehens in eine Transportbox (wegen eventueller Tierarztbesuche) und die Aufnahme von Medizin (im Wasser oder einem Brei, den sie gern mögen und bestimmt fressen).

Ernährung

Bei der Ernährung stellt Körnerfutter die Grundnahrung dar. Es sollte etwa die Hälfte der Gesamtfuttermenge ausmachen und sich aus folgenden Sämereien zusammensetzen: Buchweizen, Dari, Haferkernen, Hanfsaat, Kardi, Kürbiskernen, Leinsaat, Paddy-Reis, Rohreis, Weizen. Auch Nüsse können angeboten werden (z.B. Macadamia-Nüsse, Haselnüsse, Pinienkerne, Walnüsse und Mandeln), wobei zum einen darauf geachtet werden muss, dass die Vögel nicht zu fett werden, zum anderen auf beste Qualität Wert zu legen ist, da falsch gelagerte Nüsse zu schweren Atemwegserkrankungen führen können, weswegen auf ungeschälte Erdnüsse generell verzichtet werden sollte. Neben Körnerfutter und Nüssen benötigen Gelbbrustaras unbedingt frisches Obst (Ananas, Äpfel, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Mangos, Nektarinen, Papayas etc.) Gemüse (Blumenkohl, Brokkoli, Gurken, Kohlrabi, Möhren, Tomaten, Zucchini etc.) und Grünfutter (Gras, Kresse, Löwenzahn, diverse Salate, Vogelmiere etc.).

Eine empfehlenswerte Futtermischung wurde in Zusammenarbeit mit dem Loro Parque in Teneriffa entwickelt: Ara Loro Parque Mix ist eine angereicherte Samenmischung mit extra Nahrungselementen, speziell zusammengesetzt für alle großen Aras, und auch für Molukken- und schwarze Kakadus zu verwenden. Alle Prestige Premium Loro Parque Mischungen sind mit einem sehr abwechslungsreichen Angebot von Samen und Getreidesorten versehen und enthalten eine Anzahl von Leckereien für Papageien, wie z.B. gepuffte Getreidesorten, Kürbiskerne, Hagebutten, getrocknete Pepperoni und Zirbelnüsse. Diese Premium Grundnahrung mit hohem Fettgehalt und mit besonders großen Nüssen, ist angereichert mit 8 % Maxi VAM Körnchen, die für eine Extrazufuhr von Vitaminen, Aminosäuren und Mineralien sorgen. Diese artenspezifische Mischung wurde in Beratung mit dem wissenschaftlichen Team vom Loro Parque zusammengestellt und wird im Park als Basisfutter für alle Aras verwendet. Nachdem diese Mischung mit Erfolg im berühmten Loro Parque auf Teneriffa angewendet wurde, steht sie jetzt auch anderswo jedem Papageienhalter zur Verfügung.

Zur Mineralstoffversorgung benötigen Gelbbrustaras ein Gemisch aus Lehmerde bzw. ein adäquates käufliches Produkt, und auch unlöslicher Grit sollte den Tieren zur Verfügung stehen. Wichtig ist natürlich stets sauberes Trinkwasser. Und es versteht sich von selbst, dass die Futter- und Trinknäpfe sowie etwaige ständige Badestellen täglich ein- bis mehrmals und die Volieren mindestens einmal pro Woche gründlich gesäubert werden müssen. Die Futternäpfe sollten einmal pro Woche desinfiziert oder aber in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden.

Bei uns z.B. werden täglich die Näpfe gewechselt und die Tiere werden 2 x am Tag gefüttert. Morgens gibt es in je einem Napf: Loro Parque Körnermischung, unsere eigene Ara-Nussmischung, Obst, Brei mit Zwieback und 2 x Wasser. Nachmittags wird das Wasser gewechselt, der Brei wird durch einen zweiten Nussnapf ersetzt, das Obst und Körnerfutter gegebenenfalls ergänzt. Ferner bekommen die Vögel ca. 3 x die Woche Grit und 3 x die Woche tierisches Eiweiß: entweder kleingehackte Eier, milden Käse oder getrocknete Insekten.

Gefahrenquellen im Alltag

Bei Gewährung von Freiflug muss darauf geachtet werden , dass viele Zimmerpflanzen bei den Vögeln Vergiftungen hervorrufen können. Am besten ist es deshalb natürlich, wenn innerhalb des Teils der Wohnung, in dem sich die Vögel aufhalten dürfen, völlig auf giftige Pflanzen verzichtet wird, z.B. Alpenveilchen, Azaleen, Calla, Christusdorn, Dieffenbachia, Erikagewächse, Euphorbien, Flamingoblume, Hyazinthen, Maiglöckchen, Oleander, Philodendron, Rhododendron, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse und Zimmerfarn.

Wichtig ist auch, zu beachten, dass klare Scheiben, die nicht von Gardinen verdeckt sind, von Vögeln häufig als Öffnung in einen anderen Raum betrachtet werden. Es ist daher unabdingbar, dass Glasscheiben als "undurchdringlich" kenntlich gemacht werden, sei es durch Gardinen, durch herabgelassene Jalousien oder aber durch Fensterbilder.

Mauser und Krankheiten

Da sie keine Zugvögel sind, sondern in Zonen mit gleichmäßigem Klima leben, fallen Gelbbrustaras - wie übrigens alle Papageien - nicht in eine Vollmauser, sondern wechseln im Laufe des Jahres einen Großteil ihrer Federn. Sie erscheinen deshalb das ganze Jahr über in gleich schönem und vollständigem Federkleid, wenn sie sich nicht infolge psychischer Beeinträchtigungen selbst die Federn ausreißen.

Gelbbrustaras sind bei guter Haltung und ausgewogener Ernährung nicht sehr krankheitsanfällig. Dennoch gibt es Krankheiten, die beim Ausbruch sehr gefährlich werden können und oftmals Verluste zur Folge haben. Ein verantwortungsbewusster Papageienhalter beobachtet seine Tiere deshalb täglich sehr genau und sucht bei Auffälligkeiten mit seinem erkrankten Ara umgehend einen erfahrenen Tierarzt auf, da viele Selbstbehandlungsversuche mehr Schaden als Nutzen anrichten. Werden die Tiere in Paarhaltung oder im Schwarm gehalten, muss die Beobachtung besonders sorgfältig sein, da auch kranke Tiere bemüht sind, sich gesund zu zeigen.