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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten zu etwas spezielleren Problemen.

Hilfe - mein Papagei beißt!

Beißen ist ein anerzogenes Verhalten. Selten ist ein Papagei von sich aus beißwütig (ausgenommen Balz- und Brutzeiten). Man kann ihm das Beißen wieder "aberziehen".

Jeder hat schon einmal eine nähere Erfahrung mit dem Schnabel seines gefiederten Hausgenossen gemacht. Nicht immer ist diese schmerzfrei ausgegangen. Oftmals übersieht der Mensch die Warnungen des Vogels, dass er jetzt nicht gestört werden möchte. Mit einem Schnabelhieb in die richtige Stelle ist das Problem für den Vogel schnell erledigt. Ganz nach dem Motto "Wer nicht hören will, muss fühlen".

Das oben beschriebene wird schon mal vorkommen. Etwas anderes ist es, wenn der Papagei andauernd beißt. Das kann viele Ursachen haben – und man muss sein Tier schon genau beobachten, um die Ursache zu finden. Beißen ist ein anerzogenes Verhalten. Das heißt: Der Halter des Vogels hat es ihm beigebacht! Selten ist ein Papagei von sich aus aggressiv (Balz- und Brutzeiten ausgenommen).

Der Mensch ist der Schlüssel
Es gibt viele Experten, die sich auf Tiererziehung bzw. auf Verhaltenstherapien spezialisiert haben. Im Fernsehen kann man diese Sendungen des öfteren sehen. Wenn Sie genau schauen, werden Sie bemerken, das vordergründig nicht das Tier therapiert wird, sondern sein Halter. Das Tier reagiert auf seinen Halter. Ist dieser unsicher, so wird es das Tier auch. Wenn Sie ängstlich an den Käfig gehen und schon damit rechnen, wieder gebissen zu werden, so können Sie sicher sein, dass dies auch geschieht. Kann der Papagei mit Beißen etwas erreichen, wird er das Mittel auch einsetzen, um das zu bekommen, was er will.

Eine kleine Geschichte vorweg
Jeden Vormittag bekommen unsere Gelbbrust-Aras ein kleines Leckerli. Dazu müssen sie sich auf ihre Schaukel setzen und dann reiche ich es ihnen. Da sie es mittlerweile kennen, setzen sie sich brav nebeneinander auf die Schaukel, wenn ich in die Voliere komme. Ich gebe jedem dann ein Leckerlie. Unser Gelbbrust-Ara Weibchen Evita ist eine kleine Zicke ;-)). Sie schnappte nach meiner Hand mit dem Leckerli.

Wenn man sich die Situation jetzt ansieht, scheint die Lösung ja ganz einfach: Evita bekommt einfach kein Leckerli mehr! Klingt logisch, wäre aber der falsche Ansatz. Nicht nur der Mensch lernt aus Erfahrung, sondern auch der Papagei (der meist schneller ;-)). Denn Evita hat gelernt, dass sie in Zukunft, dass sie nur nach der Hand zu schnappen braucht, und diese dadurch vertreiben kann.

Also, muss eine andere Lösung her. Diese ist ebenfalls ganz einfach: ein Leckerli in die Hand legen, dem sie nicht widerstehen kann. Und schon schnappt sie nicht mehr, sondern nimmt das Leckerli.

Situationen vermeiden, in denen er beißt
Anhand der kleinen vorstehenden Geschichte erkennt man: Zu allererst sollten Sie jede Situation vermeiden, in denen der Papagei beißt, ihm also keine Möglichkeit dazu geben. Dies ist einfacher gesagt als getan – aber nicht unmöglich. Greift der Papagei mittels Flugattacken an, dann einfach wegducken. Er fliegt ins Leere. Danach das Zimmer verlassen – aus den Augen, aus dem Sinn. Beißt er, wenn er auf der Schulter sitzt, dann darf er da nicht mehr sitzen. Sobald er wieder die Schulter anfliegt, wird er abgesetzt.

Aggression nicht belohnen
Papageien lieben alles theatralische. Wenn Ihr Papagei Sie beißt und Sie schreien, wedeln mit den Armen und schimpfen, dann denkt er sich: "Ein tolles Spiel, das sollten wir öfter machen". Deshalb Zähne zusammenbeißen und jedesmal wenn er beißt und hackt ein lautes klares "Nein" (nicht schreien), hört er auf, wird er überschwänglich gelobt.

Hört der Papagei beim zweiten Mal nicht auf zu beißen, wird er eine Zeit ignoriert. Am besten drehen Sie ihm den Rücken zu bzw. verlassen das Zimmer.

Eine Gefahr besteht allerdings. Will der Papagei Ihnen durch sein Beißen mitteilen, dass er seine Ruhe haben will, hat er es erreicht. Sie wenden sich ab, er hat es geschafft. Deshalb müssen Sie das Tier genau beobachten. Dicken Pullover an, wenn er beißt, Zähne zusammenbeißen und den Arm nicht zurückziehen. Er lernt dann, dass die "Gefahr" oder Störung nicht durch Beißen verschwindet. Ein einmal verlangtes Kommando muss auf jeden Fall ausgeführt werden.

Wie mache ich ihm klar, dass Beißen falsch ist?
Gar nicht! Wir zeigen ihm, was das Richtige ist. Das bedeutet, wir beobachten ihn und loben bzw. belohnen ihn, wenn er etwas richtig macht. Beißt er, wird er ignoriert. Sitzt er friedlich auf dem Arm oder der Hand, wird er gelobt und belohnt. Irgendwann merkt Ihr gefiederter Freund, dass er mit Beißen gar nichts erreichen kann. Fazit: Er bekommt nichts wenn er beißt, also lässt er es.

Das A und O: Konsequenz und Geduld
Um dem Vogel ein einmal anerzogenes Verhalten abzugewöhnen, ist viel Geduld und Konsequenz erforderlich. Überlegen Sie sich deshalb vorher ganz genau die Vorgehensweise und auch die Kommandos. Es sollten immer die gleichen sein, damit Ihr Papagei auch versteht, was sie meinen.

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