FAQ - Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten zu etwas spezielleren Problemen.
Der Papagei schreit andauernd
Papageien gehören nicht gerade zu den leisen Vertretern in der Tierwelt. Wer sich Papageien anschafft, muss auch mit einer gewissen Geräuschkulisse leben. Wenn sich die Krummschnäbel jedoch zu Dauerschreiern entwickeln, kann das mit der Zeit nervtötend sein.
Zunächst einmal sollte kein Papagei allein gehalten werden. Vögel in Einzelhaft können schnell zu Dauerschreiern werden. Ist ihr Mensch nicht da, fühlen sie sich einsam und unsicher.
Es gibt mehrere Gründe, warum Papageien anfangen zu schreien. Deshalb ist es wichtig, zu beobachten, in welchen Situationen sie damit anfangen. Sie wollen – oder haben in der Vergangenheit – mit ihrem Schreien Aufmerksamkeit erreicht – egal ob negative oder positive!
Unerwünschtes Verhalten ignorieren, erwünschtes belohnen
Bei der Erziehung der Krummschnäbel wird unerwünschtes Verhalten ignoriert und erwünschtes Verhalten belohnt. Ignorieren bedeutet, dass auf das unerwünschte Verhalten des Vogels, in diesem Fall das Schreien, keinerlei Reaktion vom Menschen her erfolgt. Und keinerlei bedeutet hier wirklich keinerlei Reaktion.
Benehmen sich die Krummschnäbel dagegen so, wie es erwünscht ist, gibt es für dieses Verhalten eine Belohnung. Eine Belohnung ist Aufmerksamkeit, Zuwendung, überschwängliches Lob oder ein besonderes Leckerli.
In der Anfangszeit dürfte das besondere Leckerlie bei den Gefiederten am besten ankommen. Deshalb muss zunächst herausgefunden werden, wofür der Papagei alles stehen und liegen lässt. Dies wird dann aus dem täglichen Futterplan verbannt und nur noch als Belohnung gereicht. Wir haben mit Pinienkernen als Belohnung sehr gute Erfahrungen gemacht.
Wie geht man vor?
Schreien die Papageien, wenn man im Raum ist, kommentarlos umdrehen und weggehen. Sind sie ruhig, brabbeln oder machen sonst etwas Angenehmes, hingehen, belohnen, überschwänglich (!!!) loben.
Ist man nicht im Raum und die Papageien schreien dauernd, weil sie einen hören, darf man auf keinen Fall zu ihnen gehen und auch nicht zurückschreien. Es darf auf keinen Fall irgendeine Reaktion von Ihnen auf das Schreien erfolgen. Die Papageien werden einfach ignoriert.
Parallel dazu wird das andere Verhalten verstärkt. Das heißt, so bald die kleinen Schreier leise sind, wenden Sie sich den beiden zu, sprechen mit Ihnen und loben Sie überschwänglich. Sind Sie nicht im Raum und bemerken, dass die beiden leise sind, gehen Sie zu den beiden hin und loben sie. Wichtig ist, das Sie den beiden in diesem Fall wirkliche Aufmerksamkeit, Lob und ein besonderes Leckerlie geben.
Anfangs sollten Sie etwas mehr Zeit investieren und die Papageien so oft wie möglich dabei "erwischen", wenn sie lieb und still sind und sie dafür dann belohnen.
In dieser Zeit müssen Sie sehr konsequent sein. Ihr Vogel muss lernen, dass ihm das Schreien keinerlei Vorteile einbringt und er damit absolut nichts erreicht. Auf der anderen Seite muss er erkennen, dass er etwas bekommt, wenn er sich ruhig verhält.
Außerdem gibt es noch einige Dinge im Umfeld, die beachtet werden sollten.
Genügend Nachtruhe (10-12 Stunden)
Die Vögel müssen genügend Nachtruhe haben, sonst werden sie nervös. Wenn sie im Wohnzimmer stehen, sollten sie abends zu einer bestimmten Zeit mit einem kleinen Tuch abgedeckt werden, so dass sie keinen direkten Blick auf den Fernseher haben.
Luftfeuchtigkeit
Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Baden ist ganz wichtig für das Wohlbefinden der Tiere. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte mindestens 50-60% betragen. Baden sollten die Vögel mindestens 1x mal die Woche, öfter ist besser. Wenn sie nicht mit einer Blumenspritze abgesprüht werden wollen, kann man ihnen eine Badeschale in die Voliere stellen.
Freiflug
Papageien sind Tagtiere. Um sich auszupowern ist es wichtig, dass sie viel "Freiflug" haben. Fliegen ist auch für die Gesundheit der Vögel sehr wichtig. In dieser Zeit sollten sie wirklich viel herumfliegen und sich beschäftigen mit Klettern, und Neuigkeiten erkunden. Kuschelstunde ist erst zum Schluss des Freiflugs angesagt.
Viel Beschäftigung
Im Käfig sollte den beiden viel Beschäftigung mit Spielzeug geboten werden. Das heißt jetzt nicht, dass Unmengen von Spielzeug reingehängt wird, sondern einzelne Spielzeuge immer wieder ausgetauscht werden, so dass es immer was Neues zu entdecken gibt. Auch Äste, die sie benagen können, gehören zur Beschäftigung und sollten regelmäßig ausgetauscht werden.
Ein Tierarztbesuch
Um auszuschließen, dass dem Tier etwas fehlt, kann ein Besuch beim Tierarzt hilfreich sein. So steht man auf der sicheren Seite.
Schreien ist nicht ganz abzugewöhnen
Das Schreien kann man einem Papagei nie ganz abgewöhnen. Mörgens wenn der Tag beginnt und abends, wenn der Schwarm so langsam schlafen gehen soll, werden sie es beigehalten. Es geht hierbei auch nicht um die normalen Lautäußerungen von Papageien, sondern um ein Dauerschreien.
Was die Situation noch entspannen kann, sind feste Rituale. Morgens kann man zum Beispiel immer das gleiche Lied pfeifen. Irgendwann reagieren sie darauf und begrüßen ihren Schwarm nicht mehr mit Dauerschreien. Außerdem ist Pfeifen auch angenehmer für die menschlichen Ohren. Führen Sie feste Zeiten ein, in denen Sie sich intensiv mit ihren gefiederten Hausgenossen beschäftigen.
Zusammenfassung
Das ganze kurz und knapp: das Kreischen total ignorieren, leise sein belohnen, viel Beschäftigung anbieten. Außerdem müssen Sie absolut konsequent bleiben und Geduld haben. Mit dieser Methode ist es schon vielen Vogelbesitzern gelungen, ihren Vögeln das Dauerschreien abzugewöhnen.