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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten zu etwas spezielleren Problemen.

Gesunde Ernährung (Teil 1 – Körnermix)

Für Mensch und Tier ist die Ernährung wichtig. Falsche Ernährung kann Krankheiten hervorrufen, eine gesunde Ernährung diese dagegen verhindern oder lindern. Neben den gesundheitlichen Aspekten stellt sich auch die Frage nach der Abwechslung. Denn auch wir möchten nicht jeden Tag Erbensuppe auf dem Teller haben.

Eine falsche Ernährung kann Ihre gefiederten Hausgenossen krank machen. "Futtermischungen für Papageien" müssen nicht für Ihre Krummschnäbel geeignet sein. Spezies, Alter, Unterbringung, Jahreszeit und Aktivität des Vogel sind entscheidend, wenn es um eine sinnvolle Ernährung geht. In der Mauser, bei Krankheit oder in der Brutzeit brauchen ihre Vögel ebenfalls ein bisschen Unterstützung.

Grundsätzliches
Der Futterplan sollte so abwechslungsreich wie möglich sein – das gilt für jede Papageienart. Körnerfutter ist zwar die Basis der Ernährung, aber allein nicht ausreichend, um den Nährstoffbedarf der Vögel zu decken. Auf jeden Fall darf Obst und Gemüse nicht fehlen, Nüsse und andere vitaminreiche Leckereien. Jeder Vogel hat aufgrund seiner Anatomie und Herkunft einen besonderen und individuellen Nährstoffbedarf.

Körnerfutter
Die Basis des Futterplans für Papageien ist ein Mix aus verschiedenen Saaten. Mittlerweile gibt es für jede Papageienart ein speziell zusammengestelltes Körnerfutter, so dass ohne Aufwand auf die Bedürfnisse der einzelnen Papageienart eingegangen werden kann. Unsere Papageien bekommen die jeweilige Körner-Mischung LoroParque von Versele Lage. Diese ist auf die Bedürfnisse der einzelnen Papageienart abgestimmt, enthält zusätzlich Vitaminpellets und ist frisch.

Wie erkenne ich, ob Körnerfutter frisch ist?
Körnerfutter darf nicht muffig riechen, sollte keine Verunreinigungen enthalten. Mittels einer Keimprobe kann jeder die Frische des gewählten Futters ermitteln. Dazu wird ein Esslöffel von den Körnern 24 Stunden in lauwarmes Wasser eingeweicht. Die Sämereien werden danach gründlich mit klarem Wasser abgespült und 48 Stunden durch wiederholtes Abspülen feucht gehalten. Nach diesen 48 Stunden sollten sich bei den Körnern die ersten Keime zeigen. Wenn 60% der Saaten keimen, handelt es sich um frisches Futter. Wenn sich weniger Keime zeigen, ist das Futter nicht frisch und sollte nicht an die Papageien verfüttert werden.

Körnerfutter immer abspülen
Auch wenn Körnerfutter von guter Qualität und frisch ist, enthält es Staub. Für unsere Papageien wird das Körnerfutter aus diesem Grund vorher abgespült. Die Körner kommen in ein Sieb und werden unter dem laufenden Wasserhahn vom Staub befreit. Erst dann wandern sie in die Näpfe der Krummschnäbel. Das Futter bleibt nur einen Tag im Napf. Reste werden nicht wiederverwendet, sondern weggeworfen.

Die richtige Menge
Als Faustformel gilt: 5% des Körpergewichtes des Vogels. Bei einem großen Ara mit einem Gewicht von durchschnittlich 1.000 g ist das schnell gerechnet. Rund 50 g Körner entsprechen der Tagesration. Beim Wellensittich muss man wahrscheinlich schon die Briefwaage bemühen. Er würde dieser Formel zufolge bei einem Gewicht von 45 g 2,25 g Körnerfutter bekommen. Da sich der Wellensittich hauptsächlich von Sämereien ernährt, ist das zu wenig. Man gibt einen 1 Teelöffel Körnermix für Wellensittiche pro Vogel als Tagesration.

Eine gute Mischung und trotzdem mangelernährt?
Unsere Körnermischungen sind sehr vielfältig und für jede Papageienart zusammengestellt. Trotzdem kann Körnerfutter nicht das Alleinfutter sein. Die Papageien können sich aus dem Sämereien zwar immer das heraussuchen, was die Nährstoffe enthält, die sie gerade brauchen. Allerdings gibt es dabei ein kleines Problem.

Freilebende Papageien benötigen viel mehr Nährstoffe, Vitamine und Fette als unsere gefiederten Hausgenossen. Schließlich legen sie lange Strecken zu den Futterplätzen etc. zurück. Deshalb bevorzugen sie große, fettreiche Sämereien. Sie müssen dann weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme verwenden. So sind auch unsere gefiederten Hausgenossen "programmiert". Deshalb sind die Sonnenblumenkerne im Napf immer als erstes verschwunden, die kleineren Körner bleiben meist liegen.

Ernährt sich der Papagei aber nur von Sonnenblumenkernen, bekommt er nicht alles, was er braucht bzw. zu viel Fett. Deshalb ist es besser, dass Körnerfutter knapp zu bemessen, so dass auch die kleinen Körner genommen werden.

Viele Papageienhalter sind dazu übergegangen, morgens viel Obst und Gemüse zu füttern und das Körnerfutter erst am Nachmittag anzubieten. Aber auch hier muss auf die einzelne Papageienart eingegangen werden. Während Amazonen schnell Probleme mit ihrer Figur bekommen und trotzdem die fettreichen Sonnenblumenkerne nicht liegenlassen, gibt es in der Regel keinen Graupapagei oder großen Ara, der sich mit "Hüftgold" herumschleppen muss.

Kein Körnerallerei
Bereits den Körnermix kann man abwechslungsreich anbieten: als Körnermix, als Quellfutter und als Keimfutter.

Quellfutter
Körner 24 Stunden in einer Schüssel mit lauwarmen (heißes Wasser tötet die Saaten ab) Wasser quellen lassen. Danach gründlich mit klarem Wasser abspülen und in die Näpfe füllen.

Keimfutter
Bei gekeimten Saaten erhöht sich der Vitamingehalt. Keimfutter ist deshalb besonders im Winter und Frühjahr eine gesunde und willkommene Abwechslung für die Krummschnäbel.

Zunächst werden die Saaten wie beim Quellfutter in lauwarmen Wasser 24 Stunden eingeweicht. Diese Mischung wird dann weitere 12 bis 24 Stunden angekeimt. Dazu werden die Körner bei Zimmertemperatur feucht gehalten, aber nicht vollständig eingeweicht. Um den Futtermix feucht zu halten, wird er mehrmals mit kaltem Wasser abgespült. Sobald kleine Sprossen an den Saaten erscheinen, werden sie verfüttert.

Quell- und Keimfutter kann höchstens einen Tag aufbewahrt werden. Reste müssen weggeworfen werden. Quell- und Keimfutter ist sehr schimmelanfällig. Achten Sie auf besondere Hygiene beim Herstellen und auf das regelmäßige Abspülen. Sollten Sie Schimmel entdecken, dürfen die gequollenen oder gekeimten Saaten auf keinen Fall verfüttert werden.

papageien-aue.de, Juni 2009

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