FAQ - Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten zu etwas spezielleren Problemen.
Kalzium – ein wichtiger Mineralstoff
Die meisten Papageien, die in Menschenobhut gehalten werden, leiden an Kalziummangel. Da in den herkömmlichen Futtermitteln und im Obst nur wenig bis gar kein Kalzium enthalten ist, sollte man dieses Defizit mit geeigneten Präparaten ausgleichen.
Unzureichender Kalziumgehalt bei Vögeln führt sehr regelmäßig zu ernsthaften Gesundheitsproblemen. Kalziummangel kann sich durch Mauserprobleme und schlechtem Schnabelwuchs äußern. Es kann zu starken Mauserschwierigkeiten und Federdeformationen kommen. Vor allem während der Zucht und des Wachstums ist die Versorgung mit Kalzium sehr zu empfehlen. Auch noch so vielseitig ernährte Tiere können von einem Mangel betroffen sein, weil die herkömmlichen Futtermittel und auch unser Obst nur sehr wenig bis gar kein Kalzium enthalten.
Fast jeder 2 Papagei leidet an Kalziummangel. Auf einem Röntgenbild lässt es sich leicht feststellen. Die Knochen scheinen dann statt weiß durchsichtig. Kurzum: Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium ist wichtig für ein gesundes Gefieder und für einen gesunden Knochenaufbau.
Was bewirkt Kalzium?
Kalzium ist wichtig für den Aufbau von Knochen und Federn, die Übertragung von Nervenimpulsen, für die Muskelkontraktion und die Blutgerinnung. Zusammen mit Phosphor wird es in den Knochen und Federn gebunden und ist damit lebenswichtig für deren Entstehung und ständige Erneuerung.
Kalzium – besonders wichtig für Graupapageien
Es ist eine Tatsache, dass Graupapageien einen höheren Kalzium-Anteil benötigen. Einige Tierärzte empfehlen deshalb speziell bei Graupapageien, dem Trinkwasser einmal in der Woche Kalzium zuzufügen.
Kalzium und Phosphor
Damit der Körper Kalzium aufnehmen und in den Knochen einlagern kann, wird Phosphor benötigt. Das Verhältnis Kalzium zu Phosphor sollte 3 zu 1 sein. Phosphor kommt im Körper vorwiegend in Form von Verbindungen – als Phosphat – vor.
Im Obst und Gemüse ist der Kalziumanteil zu gering. Dieses kann mit Extra Calciumgaben ausgeglichen werden (z.B. Calci-lux über das Trinkwasser).
Wichtig ist auch das Vitamin D3, dass durch direkte Sonneneinstrahlung vom Körper selbst gebildet wird. Da die von uns in der Wohnung gehaltenen Papageien Sonnenlicht meist nur durch die Fensterscheiben abbekommen, wird das Licht so stark gebrochen, dass nur ein Bruchteil ankommt. Deshalb ist eine Tageslichtlampe sehr hilfreich.
Kalzium für Rupfer?
Derzeit ist es wissenschaftlich nicht belegt, dass Calzium gegen das Rupfen hilft. Allerdings haben bereits einige Papageienhalter, die Rupfer pflegen, mit Hilfe von Kalziumgaben ins Trinkwasser positive Erfahrungen gemacht. Meist hat sich das Federkleid verbessert, neue Federn sind schneller gewachsen.
Wie oft Kalzium geben?
Es ist nicht ratsam, Papageien ständig Kalziumpräparate zu geben. Ist der Papagei gerade in der Mauser, Brutzeit, Rupfer oder hat Schwierigkeiten mit der Ausbildung der neuen Federn kann ein Calciumpräparat zunächst kurmäßig gereicht werden, z.B. 2-3 Wochen lang. Danach sollte die Kalziumversorgung im Wesentlichen über kalziumhaltige Nahrungsmittel sichergestellt werden. Feldsalat, Schnittlauch, Spinat, Paprika, Kürbis, Banane, Granatapfel und Kiwi sind besonders kalziumhaltig. Deshalb sollten einige dieser Sorten unbedingt regelmäßig auf dem Futterplan stehen.
Speziell in der Brutzeit oder in der Mauser wird viel Kalzium gebraucht. So kann zum Beispiel während der Brutzeit die Menge an gebrauchtem Kalzium nicht allein durch die Nahrung gedeckt werden. Durch einen Mangel entstehen schalenlose Eier und Legenot. Deshalb sollten der erhöhte Kalziumbedarf während der Brutzeit durch ein geeignetes Präparat ausgeglichen werden.
papageien-aue.de, Januar 2009